Installationen und neue Medienkunst von Künstlerinnen und Künstlern aus Moskau und Hannover
04.09.1999 - 26.09.1999 / Kunsthalle Faust

In der künstlerischen Begegnung post-sowjetischer und post-geeintdeutscher Gesellschaftsutopien reflektiert die Ausstellung “Realität und Schein” sowohl auf sich selbst als Teil einer global vernetzten Medienlandschaft als auch auf die ihr eigenen Gesetzmäßigkeiten mit regionalen Unterschieden. Die teilnehmenden russischen Künstler zählen zu der neuen, international erfolgreichen Generation von Künstlern, die sich selbstverständlich brillant der Neuen Medien bedienen.

Die Gruppe AES (Tatyana Arzamasova, Lev Evzovitch und Evgeny Svyatsky) ist mit ihrer provokanten Kunst nicht nur im renommierten Puschkin Museum in Moskau zu sehen gewesen, sondern auch in etablierten Galerien in Paris, Basel, Berlin und New York etc.

Leonid Tishkov, von Hause aus eigentlich Chirurg, wird unter anderem von Steffi Graf gesammelt. Ein opulenter Bildband über seine bisherigen Arbeiten ist in jeder besseren Bücherei zu beziehen. Neben seiner bildnerischen Tätigkeit inszeniert er seine eigenen Theaterstücke und Videofilme. Erfolgreiche Einzelausstellungen hatte er unter anderem in Frankreich, der USA, Schweden und der Ukraine.

Im Grazer Kunstverein war 1996 die “Home TV Installation” von Vadim Fishkin, einem weiteren Vertreter der neuen russischen Avantgarde, zu sehen. Der Biennale-Teilnehmer mit internationalem Renommee (Boston, Paris, Brüssel, Wien, Liverpool, Graz, Helsinki, Berlin, New York) inszeniert eine Anleitung zum Eigenbau einer “Heiminstallation” per Fernsehen.

Mit Vladislav Efimov und Aristarkh Chernishov haben wir außerdem ein sehr junges Künstlerduo eingeladen, das uns mit seinen künstlerischen CD-Rom-Produktionen und interaktiven Installationen in Moskau begeistert hat.

Mitya Troitsky ist Regisseur des Films “Brunners Trail”, den die kritische Distanz zum Ausverkauf allgemeinen Kunstgutes kennzeichnet. Er thematisiert ein gesprühtes Warholsches Dollarzeichen auf dem “Weißen Kreutz” von Malewitsch, das vor einigen Jahren von dem Moskauer Totalkünstler Alexander Brenner im Amsterdamer Stadtmuseum ausgeführt wurde.

Uwe Stelters Konzeptkunstprojekt “Beck – Nielsen” zielt auf die Mechanismen der Medienwirksamkeit und Glaubwürdigkeit ab. Beck – Nielsens weltberühmtes Konterfei posiert auf Fotos zusammen mit den bekanntesten Persönlichkeiten der Stadt Hannover wie dem Oberbürgermeister oder den Scorpions im temporären Informationsbüro der Kunsthalle.

Die Installation “ich knips dich” von Beate Kamecke ist eine Arbeit über und mit krebskranken Kindern, die mit einer Amateurphoto- und Videokamera Bilder ihrer Umgebung im Krankenhaus eingefangen haben. In einem separaten Raum wird der Besucher “auf die Couch” gebeten, um durch die an die Decke projizierten Videobilder den Blick der Kinder und ihre subjektive Perspektive zu erleben.

In der Videoinstallation “Under Pressure/Unter Druck” von Carsten Aschmann sehen wir einen Mann, wie Gott ihn geschaffen hat: nackt. Ganz und gar auf seine physische Daseinsart zurückgeworfen. Was ihm bleibt, ist die Kontrolle über seinen Körper, mit eben den Funktionen, die ihm zugedacht sind. “Under Pressure/Unter Druck” ist nichts anderes als das Erreichen des Endes der Reflektion.

Timm Ulrichs’ Video-Arbeit “Reise zum Mittelpunkt des Ichs” zeigt eine 3D-Visualisierung des tiefsten Punktes vom Kopf des Künstlers mittels automatischer Segmentierung und volume-rendering (ray casting) auf der Basis einer kernspintomographischen Aufnahme.

Realität und $chein
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Künstlerinnen und Künstler:
Gruppe AES, Leonid Tishkov, Vadim Fishkin, Vladislav Efimov + Aristarkh Chernishov, Mitya Troitsky (Moskau), Uwe Stelter, Beate Kamecke, Carsten Aschmann, Timm Ulrichs (Hannover)

Kuratoren:
Eckehard Kähne, Harro Schmidt, Nina Zaretzkaja

Realität und Schein
04.09.1999 – 26.09.1999

Die Ausstellung wurde unterstützt von: Stiftung Niedersachsen, Kulturamt Hannover, Engelhardt Medientechnik, Niedersächsische Lottostiftung, Stiftung Edelhof Ricklingen, Stadtsparkasse Hannover, Land Niedersachsen, NLI, Kulturserver, Deutsche Lufthansa AG, VVK, Faust e.V., TV-Galerie Moskau, Goethe Institut Moskau

Kontakt

Kunsthalle Faust
Harro Schmidt
Zur Bettfedernfabrik 3
30451 Hannover

Tel. 0511 / 213 48 60
EMail: kunsthalle@kulturzentrum-faust.de

Öffnungszeiten:
Do und Fr 16-20 Uhr, Sa und So 14-18 Uhr
(bitte Ausstellungstexte beachten!)

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